Netzwerk
Diese Seite beschreibt die Netzwerkänderungen im laufenden Betrieb — wie Sie eine Appliance zwischen DHCP und einer festen IP-Adresse umschalten, was die Felder im statischen Modus bedeuten und wie die Anwenden- und Zurücksetzen-Schritte verhindern, dass Sie sich selbst aussperren. Der hier beschriebene Bildschirm ist Network Configuration in der TUI.
Den Netzwerkmodus wählen Sie auch während der Installation. Auf einer laufenden Appliance ändern Sie ihn jedoch über diesen Bildschirm und nicht durch eine Neuinstallation.
DHCP oder statisch — wann was sinnvoll ist
Der Bildschirm Network Configuration zeigt oben zwei Modi an: DHCP (automatic) und Static IP. Er startet immer in dem Modus, den die Appliance gerade verwendet; mit den Pfeiltasten wechseln Sie zwischen den beiden.
- DHCP ist der Standard und die richtige Wahl, wenn das Netz Adressen automatisch vergibt. Die meisten Büro-LANs und viele Anlagennetze funktionieren so. Sie müssen sonst nichts eingeben — der DHCP-Modus hat keine weiteren Felder.
- Statische IP ist erforderlich, wenn im Netz kein DHCP-Server vorhanden ist oder die Appliance eine feste Adresse braucht. Zwei Situationen machen die statische Konfiguration unvermeidlich: Die Mobile-App speichert die Adresse der Appliance auf jedem gekoppelten Telefon — wechselt der DHCP-Lease unbemerkt, sind alle Kopplungen ungültig. Und jedes externe Monitoring oder ein Reverse-Proxy, der auf die Appliance zeigt, braucht eine Adresse, die sich nicht ändert.
Der Moduswechsel ist nicht destruktiv — die vorherige Konfiguration wird gesichert, bevor etwas geschrieben wird. Sie können also zwischen DHCP und statisch hin- und herwechseln und bei Bedarf zurücksetzen. Siehe Anwenden, zurücksetzen und Sicherungen.
Die drei Felder für die statische IP
Wenn Sie Static IP wählen, erscheinen drei Felder unter der Modusauswahl. Mit Tab (oder den Pfeiltasten) wechseln Sie zwischen den Feldern.
- IP Address — die Adresse der Appliance in CIDR-Notation: Adresse und Präfixlänge der Subnetzmaske, getrennt durch einen Schrägstrich. Beispiel:
192.168.1.100/24. Der/24-Teil ist Pflicht — ohne Präfixlänge kann die Appliance nicht ermitteln, welche anderen Hosts zum selben Subnetz gehören. - Gateway — die IP-Adresse des Routers, der den Verkehr aus dem lokalen Subnetz hinausleitet. Ohne diesen Eintrag erreicht die Appliance zwar andere Hosts im LAN, aber weder das Internet noch andere Netze. Fragen Sie Ihr LAN-Team nach der Gateway-Adresse; sie ist meist die erste oder letzte nutzbare Adresse im Subnetz (z. B.
192.168.1.1oder192.168.1.254). - DNS Server — die IP-Adresse des Resolvers, mit dem die Appliance Hostnamen in IP-Adressen auflöst. Wenn am Kundenstandort ein interner DNS-Server existiert, ist dieser meist die bessere Wahl, weil er auch standortinterne Namen (Dateiserver, Anlagensysteme) auflösen kann, die öffentliche Resolver nicht kennen. Ein öffentlicher Resolver wie
8.8.8.8funktioniert als Fallback, wenn kein interner Resolver verfügbar ist.
Die TUI weist offensichtlich fehlerhafte Eingaben zurück: eine IP-Adresse ohne Präfixlänge oder einen Gateway- bzw. DNS-Eintrag, der keine gültige IPv4-Adresse ist (Hostnamen wie dns.example.com werden nicht akzeptiert — verwenden Sie die IP des Resolvers). Die Fehlermeldung erscheint rot unter den Feldern, und die Änderung wird nicht übernommen — korrigieren Sie den Wert und drücken Sie erneut auf Anwenden.
Anwenden, zurücksetzen und Sicherungen
Am unteren Bildschirmrand finden Sie die verfügbaren Tastenkürzel:
tab navigate • ctrl+s apply • ctrl+r revert • esc backStrg-S übernimmt die Änderung. Vor dem Schreiben der neuen Konfiguration legt die Appliance eine Sicherung der vorherigen an. Wenn anschließend alles erwartungsgemäß funktioniert — das Gateway antwortet auf Ping, DNS löst auf, die Weboberfläche ist erreichbar — sind Sie fertig. Unter dem Formular erscheint die kurze Bestätigung Network configuration applied.
Strg-R setzt auf die vorherige Konfiguration zurück. Das ist Ihr Sicherheitsnetz für den Fall, dass Sie sich selbst ausgesperrt haben. Ein typisches Szenario: Ein Bediener wechselt auf statische IP, vertippt sich beim Gateway, und die Appliance ist von der Arbeitsstation aus nicht mehr erreichbar. Die TUI auf der lokalen Konsole ist trotzdem verfügbar — melden Sie sich dort an, öffnen Sie Network Configuration und drücken Sie Strg-R; die vorherigen (funktionierenden) Einstellungen sind wiederhergestellt. Den erfolgreichen Rollback meldet der Bildschirm mit Reverted to previous network configuration.
Unter dem Meldungsbereich zeigt der Bildschirm, wie viele frühere Konfigurationen für ein Rollback aufbewahrt werden (z. B. 2 previous config(s) available for rollback). Der Zähler steigt mit jeder übernommenen Änderung — ein schneller Test, ob Ihre Änderung tatsächlich geschrieben wurde, ist, nach dem Anwenden zu prüfen, ob der Zähler um eins gestiegen ist.
Mit Esc verlassen Sie den Bildschirm, ohne zu übernehmen. Die Eingaben in den Feldern werden verworfen — nichts wird geschrieben, bevor Strg-S gedrückt wird.
Eine sichere Reihenfolge für eine statische IP-Änderung
Wenn Sie keinen physischen Konsolenzugriff haben und über SSH arbeiten, ist der Zurücksetzen-Pfad der Unterschied zwischen einer Fünf-Minuten-Änderung und einem Vor-Ort-Termin. Wir empfehlen folgende Reihenfolge:
- Stellen Sie sicher, dass Sie die Konsole erreichen können — entweder physisch an der Appliance oder über ein Remote-KVM/iLO/iDRAC, falls die Hardware das unterstützt. Die TUI auf der Konsole funktioniert unabhängig von der Netzwerkkonfiguration.
- Notieren Sie sich die aktuellen Einstellungen auf einem Stück Papier, bevor Sie beginnen, damit Sie wissen, wie der funktionierende Zustand aussah.
- Wechseln Sie auf statisch, füllen Sie die drei Felder aus und drücken Sie
Strg-S. - Prüfen Sie von einer zweiten Arbeitsstation aus (nicht von der, an der Sie per SSH angemeldet sind), ob die Appliance unter der neuen IP-Adresse erreichbar ist — per Ping, durch Aufruf der Weboberfläche oder beides.
- Wenn etwas nicht stimmt, melden Sie sich an der Konsole an und drücken Sie
Strg-R. Die vorherige Konfiguration wird wiederhergestellt, und die Appliance ist wieder erreichbar.
Wo die Konfiguration liegt
Wird von der TUI verwaltet — nicht von Hand bearbeiten
Die Netzwerkeinstellungen werden in /var/pulse/site.env persistiert. Behandeln Sie diese Datei als TUI-verwaltet: Jede Änderung sollte über den Bildschirm Network Configuration laufen, damit die Sicherung angelegt und die abhängigen Dienste (networkd, die Basis-URL der Weboberfläche) in der richtigen Reihenfolge neu geladen werden. Eine direkte Bearbeitung der Datei umgeht beides, und die nächste Übernahme aus der TUI überschreibt Ihre Änderungen ohnehin.
Wenn Sie vermuten, dass die Datei beschädigt oder nicht mehr aktuell ist, ist der sicherste Weg zur Wiederherstellung derselbe wie oben beschrieben — Strg-R setzt auf die vorherige funktionierende Sicherung zurück, statt dass Sie die Datei von Hand bearbeiten müssen.
Verwandte Bildschirme
Der Bildschirm Network Configuration kümmert sich ausschließlich um IP-Einstellungen. Zwei verwandte Themen liegen an anderer Stelle in der TUI:
- NTP Configuration — legt den Zeitserver fest. Zeit und IP sind voneinander unabhängig: Eine Änderung des Netzwerkmodus ändert die NTP-Einstellung nicht und umgekehrt.
- TLS Certificates — verwaltet das Zertifikat, das die Weboberfläche im Browser ausliefert. Die Subject Alternative Names (SANs) des Zertifikats enthalten die IP-Adresse der Appliance — nach einer statischen IP-Änderung sollten Sie das Zertifikat daher gegebenenfalls neu erzeugen oder neu installieren, damit es zur neuen Adresse passt.
Siehe die TUI-Referenz für die vollständige Liste der Menüeinträge und die Seite Installation für den entsprechenden Netzwerkschritt während der Erstkonfiguration.